Mein Gartentipp / Fragen und Antworten, Tipps und Tricks

April

Jetzt sieht man in vielen Gärten die kräftigen gelben Blüten der Forsythie und freut sich, dass endlich wieder Farbe in die Landschaft kommt. Die Forsythie ist der Vorbote des Frühlings und ein Zeichen, dass die entsprechenden Gartenarbeiten beginnen können.

Ganz wichtig für ein gesundes und kräftiges Gedeihen aller Pflanzen ist ein lockerer Boden und deshalb ist jetzt die Zeit für ein kräftiges Lockern der oberen Bodenschichten. Dazu muss der Boden einigermaßen abgetrocknet sein und die geeigneten Geräte für das Lockern sind die Grabgabel, der Sauzahn und der Grubber. Alle diese Geräte bleiben mehr an der Oberfläche als ein Spaten beim Umwenden, mit dem man nur unnötig das ganze Bodengefüge durcheinanderbringt. Sie müssen natürlich vorsichtig sein, damit nicht eventuelle Blumenzwiebeln oder noch im Boden befindliche Stauden herausgerissen werden. Unkräuter, die jetzt schon aufgelaufen sind, können gleich mit ausgejätet werden und werden entweder abgesammelt oder liegengelassen.
Bei Bedarf können Sie mit dem Lockern auch gleich Dünger mit einbringen, sollten aber dann anschließend kräftig wässern.

Nach dem Herbst ist der erste Frühling die zweite Gelegenheit für größere Schneidearbeiten.
Bei Rosen, falls noch nicht geschehen, kann jetzt der Frühjahrsschnitt erfolgen, bevor sie kräftig austreiben, ebenso werden Hortensien geschnitten.
Haben Sie sogenannte Formgehölze in Ihrem Garten, also Gehölze, denen Sie bestimmte Formen geben wollen, so zum Beispiel beim Buchs die runden Kugeln oder sonstige Fantasieformen oder bei Eiben, dann ist der April der richtige Monat dafür.
Glyzinien (auch Blauregen genannt) brauchen spätestens jetzt einen kräftigen Rückschnitt auf nur noch zwei oder drei Knospen an jedem Seitentrieb. Sie werden es Ihnen mit einer prächtigen Blüte danken.
Nach allen Schneidemaßnahmen empfiehlt es sich, die Pflanzen zu düngen und kräftig zu wässern, so starten sie frisch gestärkt in Frühling und Sommer.

Für eine schöne Frühjahrsblüte haben Sie sicher schon im Herbst die Zwiebeln gesetzt: Narzissen, Tulpen, Hyazinthen usw. Sollten Sie es aber vergessen oder wegen des frühen Schnees nicht mehr geschafft haben, können Sie ja jetzt in der Gärtnerei vorgezogene Zwiebelpflanzen kaufen und in Ihren Garten setzen. Mit einem leichten Frost, der immer noch kommen kann, kommen diese Pflanzen allemal klar.

Die meisten Stauden können jetzt gesetzt werden, die Auswahl in den Gartenbetrieben ist jetzt am größten. Nur bei besonders frostempfindlichen ist natürlich Vorsicht geboten, welche das sind, sagt Ihnen gerne die Gärtnerei. Ebenso können Gehölze, Sträucher oder Bäume also, gesetzt werden. Werden alle diese Pflanzen in Containern angeboten, kann man sie fast zu jeder Jahreszeit pflanzen, sind sie im Ballen oder nackt, dann ist jetzt die beste Zeit.

Rhododendren und Azaleen sind für eine Bodenverbesserung mit Humus oder mit spezieller Rhododendronerde dankbar. Bei Rhododendren, falls Sie braune, trockene, abgestorbene Knospen entdecken, diese unbedingt absammeln und vernichten. Sie tragen die Eier der Rhododendronzikade, deren Larven sich im April ans Schlüpfen machen, um dann im Sommer und Herbst die neuen Knospen mit ihren Eiern zu beglücken – und aus der schönen Rhododendronblüte wird dann natürlich nichts mehr. Um die übrig gebliebenen, geschlüpften Zikaden zu erwischen, gibt es u.a. die Gelbtafeln oder die sonst im Handel angebotenen Mittel gegen Insekten.

Möglicherweise hat Ihr Rasen in der langen und schneereichen Zeit über Gebühr gelitten und muss repariert werden. Eine der wichtigsten Arbeiten für den Rasen im Frühjahr ist das Vertikutieren, mit dem aus den unteren Rasenschichten Rasenfilz, flach wurzelnde Unkräuter und teilweise Moos entfernt werden und der Boden aufgelockert wird. Zuvor das schon wieder wachsende Gras mit dem Rasenmäher auf der niedrigsten Stufe ganz kurz mähen, erst dann Vertikutieren. Nur bei kleinen Rasenflächen lässt sich diese Arbeit von Hand machen, schon bei mittelgroßen Flächen brauchen Sie dazu ein Gerät, elektrisch oder benzingetrieben. Falls Sie es nicht kaufen wollen, kann es auch vielerorts geliehen werden. Der Rasen mit seiner obersten Bodenschicht muss zum Vertikutieren schon etwas abgetrocknet sein. Eine erstaunliche Menge an Rasenfilz kommt da zum Vorschein: wenn Sie sich die mühsame Arbeit des Zusammenrechens sparen wollen, können Sie noch einmal mit dem Rasenmäher darüber fahren und den Rasenfilz damit aufnehmen.
Nun muss gedüngt werden, am besten mit einem Langzeitdünger, und kräftig gewässert, falls Ihnen Petrus nicht diese Arbeit mit einem schönen Regen abnimmt. Sie werden staunen, wie sich der Rasen nach kurzer Zeit wieder erholt und grün wird.
Möglicherweise müssen Sie an manchen Stellen nachsäen: dazu den Boden leicht aufhäckeln, eventuelles Unkraut oder Moos entfernen und dann eine Mischung aus Erde, Humus und Rasensamen aufbringen. Der Rasensamen muss immer leicht feucht gehalten werden, bis er aufgegangen ist und das Gras ein paar Zentimeter gewachsen ist.

Für Balkonpflanzen, wie Geranien oder Petunien, ist es in aller Regel noch zu früh, Sie können aber schon einmal die Balkonkästen vorbereiten mit neuer Erde.
 
Die restlichen Kübelpflanzen, die noch im Winterquartier sind, können an einem kühlen und schattigen Tag ins Freie. Zuvor noch einmal auf Schädlinge kontrollieren und jetzt ist auch der Zeitpunkt für den artgerechten Rückschnitt sowie die dringend notwendige Düngung.

Das Dauerthema Schnecken beschäftigt uns auch wieder. Wenn man weiß, dass jede Schnecke im Verlauf eines Sommers etwa 400 Eier legt, dann sieht man, wie wichtig es ist, frühzeitig gegen die lästigen Tierchen vorzugehen. Wir werden dem Thema der Schneckenbekämpfung in Kürze ein eigenes Kapitel widmen.

Wenn Sie zu den glücklichen Menschen mit einem Wassergarten gehören, müssen Sie kontrollieren, ob eventuell durch den langen und kalten Winter, der das Wasser tief hinunter frieren ließ und unter Umständen den Sauerstoffzutritt verhindert hat, einige Wasserpflanzen abgestorben sind. Diese müssen entfernt werden, damit sie nicht durch Faulen das Wasser unbrauchbar machen, und dann durch neue ersetzt werden.

Ihre Zimmerpflanzen brauchen jetzt, wenn die Tage länger und heller werden, wieder mehr Dünger und entsprechend auch mehr Wasser als im Winter.