Mein Gartentipp / Fragen und Antworten, Tipps und Tricks

März

Langsam wird jetzt auch in diesem langen Winter 2009/2010, der in ganz Deutschland kalt und schneereich war, der letzte Schnee weichen und der Boden auftauen. Aber immer wieder kann es noch zu neuem Schnee und Kälte kommen, deshalb nach wie vor Vorsicht mit kälteempfindlichen Pflanzen.

Im botanischen oder phänologischen Kalender beginnt der Vorfrühling mit der Blüte des Schneeglöckchens und den Pollen des Haselnußstrauches. Auch die Zaubernuß, die Hamamelis, zeigt ihre weißen oder rosa Blüten, an denen man mehrere Wochen Freude haben kann.
Das ist dann das Signal, dass die ersten Arbeiten im Garten wieder möglich sind und der Gärtner freut sich, dass er wieder „loslegen“ kann, denn es gibt einiges zu tun.

Zunächst heißt es „Aufräumen“. Das restliche Laub vom Herbst, die stehengebliebenen Stauden, die bei Schnee und Raureif attraktiv waren, jetzt aber unansehnlich geworden sind, andere abgestorbene Pflanzenteile und vom Wind abgeworfene Äste und Blätter müssen entfernt und abgerecht werden. Man wundert sich, was da alles zusammen kommt.

Bei etwas robusteren Pflanzen können Sie das Winterlager beenden, so z.B. beim Olivenbäumchen oder beim Oleander. Bringen Sie die Pflanzen aber nur an einem mäßig warmen, bewölkten Tag ins Freie, sie müssen sich erst an die neue Umgebung gewöhnen und dürfen nicht gleich einen „Sonnenbrand“ bekommen.
Generell gilt bei Kübelpflanzen, dass man sie jetzt in Form schneiden soll. Will man sie vermehren, ist die Jahreszeit günstig für Stecklinge, die man abschneidet und in Pflanzerde steckt, denn jetzt treiben sie und wachsen am schnellsten heran.
Bei den noch im Winterlager verbleibenden Pflanzen noch einmal auf Schädlinge kontrollieren und die Erde immer mäßig feucht halten.

Wenn der Boden aufgetaut ist, können die ersten Gehölze gepflanzt werden. Auch Rosen pflanzen ist jetzt wieder möglich und an frostfreien Tagen können auch schon Stauden gesetzt werden, vorausgesetzt, es sind winterharte, denn Frost kann bis in den Mai hinein immer noch kommen. An den Rosen kann der Winterschutz entfernt werden und ganz wichtig ist es, alle abgestorbenen Blätter zu entfernen, und zwar an den Pflanzen selbst und auf den Beeten. Denn damit entfernen Sie auch eventuelle Schädlinge und insbesondere Pilzsporen, die auf den Blättern den Winter überlebt haben und jetzt eine üppige Infektionsquelle für erneute Pilzkrankheiten (z.B. Sternrußtau, Mehltau) bilden würden. Also sorgfältig ablesen und die Blätter nicht auf den Kompost, sondern in den Müll!
In warmen Gegenden können die Rosen jetzt auch schon die erste Düngung mit einem Volldünger oder einem speziellen Rosendünger erhalten. Prüfen Sie zuerst, ob die Erde feucht ist; wenn nicht, erst einmal kräftig gießen, dann am nächsten Tag den Boden oberflächlich lockern, den Dünger im Wurzelbereich ausstreuen und dann noch einmal kräftig gießen.
Außerdem hat es sich bewährt, schon mit dem ersten Austrieb vorbeugend eine Behandlung gegen Pilzkrankheiten vorzunehmen.

Und weil wir beim Düngen waren: viele Pflanzen freuen sich über eine gute Düngung im zeitigen Frühjahr.
So sollten jetzt alle immergrünen Gehölze, also z.B. Eiben oder Rhododendron, aber auch andere Ziersträucher und Hecken gedüngt werde. Auch hier ist eine Auflockerung des Bodens zu empfehlen, damit der Dünger besser eindringt und Luft in die tieferen Schichten kommen kann. Für Rhododendren, Azaleen und andere Moorbeetpflanzen benützen Sie bitte den dafür vorgesehenen speziellen alkalischen Dünger.
Blumenzwiebeln, wenn sie über mehrere Jahre schön blühen sollen, werden gedüngt, sobald das erste Grün erscheint.
Wenn Ihnen Sträucher im letzten Jahr zu üppig geworden sind, können Sie nach den letzten stärkeren Frösten die im Sommer blühenden Sträucher (z.B. Sommerflieder oder Buddleja, Rispen- und Strauchhortensie oder Hydrangea paniculata und H.arborescens, Hibiscus, Spiraeen) schneiden. Die Sträucher, die im Frühjahr blühen (z.B. Forsythie, Felsenbirne), darf man natürlich erst nach der Blüte schneiden, sonst würde man jetzt gleich die Blütenknospen mit abschneiden.

Dem Rasen haben Sie hoffentlich schon im späten Herbst die letzte Düngung gegeben, damit er jetzt im Erstfrühling richtig schön loslegt. Ein neuer Rasen kann jetzt angelegt werden, wenn keine stärkeren Nachtfröste mehr zu erwarten sind, Rasensamen keimen erst ab etwa 8 Grad Celsius. Wenn sich noch vom letzten Jahr oder über den Winter kahle oder braune Stellen gebildet haben, ist jetzt die Zeit, um an diesen Stellen durch Nachsäen auszubessern.
Zur Kontrolle Ihrer Rasensituation ist ein pH-Test des Bodens zu empfehlen, der Ihnen Auskunft gibt, wie zu düngen ist. Die dazu nötigen Mittelchen inklusive Gebrauchsanweisung
gibt es im Fachhandel.
Viele Rasenfreunde klagen über zuviel Moos im Rasen, was sich besonders im Frühjahr zeigt, weil das Moos im Gegensatz zu den Gräsern auch in der kalten Jahreszeit gedeiht. Dadurch sieht der Rasen im Frühjahr an manchen Stellen aus, als würde er nur aus Moos bestehen. Jetzt können Sie mit den geeigneten Mitteln aus dem Fachhandel am besten dagegen vorgehen.

Im Nutzgarten ist es jetzt Zeit, Beerensträucher zu pflanzen, weil sie sehr früh austreiben. Dazu gehören z.B. Johannisbeeren, Himbeeren, Brombeeren, Stachelbeeren. Ebenso werden Obstbäume im zeitigen Frühjahr gepflanzt.
Falls Sie schon Obstbäume in Ihrem Garten haben, auch die müssen jetzt geschnitten werden, bevor der Austrieb einsetzt. Dazu gehören u.a. Apfel, Birne, Pflaume, Pfirsich, Aprikose.

Ein wichtiges Kapitel ist die frühzeitige Bekämpfung von Schnecken. Suchen Sie Stellen ab, an denen sie sich verstecken konnten, zB. unter Steinen, Blumentöpfen oder Brettern, in Kompost und Pflanzenresten und wenn Sie die Eier, die weißen Perlchen entdecken, dann einfach an die Oberfläche ins Freie harken, die Vögel freuen sich darüber. Geschlüpfte Schnecken mit den handelsüblichen Mitteln (Schneckenzäune, Bierfallen, Schneckenkorn oder manuelles Sammeln) sehr frühzeitig aus dem Garten entfernen, bevor sie sich vermehren können und die nächste Generation sich aufmacht, Ihren zarten, wohlschmeckenden Pflänzchen den Garaus zu machen.