Mein Gartentipp / Fragen und Antworten, Tipps und Tricks

Mai


Für viele Menschen ist der Mai die schönste Zeit des Jahres. Nach vielen, langen und manchmal auch sehr kalten Monaten zeigt sich die Natur wieder von ihrer prächtigsten Seite.
Der Mai deckt sich in der Regel mit der phänologischen Jahreszeit des Vollfrühlings. Kennzeichnend für den Vollfrühling ist der Entwicklungsstand der sogenannten Signalpflanze: der Apfel steht jetzt in voller Blüte und die Maiglöckchen zeigen ihre hübschen Blüten.
Für den Gartenliebhaber gibt es jetzt mehr als genug zu tun. Dabei muss man möglicherweise immer noch einmal mit Bodenfrost rechnen, muss also mit frostempfindlichen Pflanzen vorsichtig sein. Man sagt, dass erst nach den sogenannten Eisheiligen keine Frostgefahr mehr besteht. Die im Kalender letzte Eisheilige ist die Kalte Sophie am 15. Mai, danach also können die empfindlichen Pflänzchen gesetzt werden. Mit dem Klimawandel stellen wir allerdings fest, dass in den letzten Jahren schon sehr viel früher keine Fröste mehr festzustellen waren.
 

Die Rosen müssten Sie schon im April geschnitten haben, wenn nicht, können Sie es jetzt noch nachholen. Dabei darauf achten, dass die Mitte der Büsche nur locker bewachsen bleibt, damit Licht und Luft an die Pflanzen kommen kann. Es werden also die dicht stehenden Zweige, solche, die nach innen wachsen und sich mit anderen kreuzen, mit einer scharfen Schere herausgeschnitten. Nach dem Schnitt werden die Rosen mit einem Volldünger oder einem speziellen Rosendünger gedüngt. Er sollte anteilig viel Kalium und wenig Stickstoff enthalten, damit mehr die Blüten und weniger das Kraut wächst. Halten Sie sich einfach an die Anweisungen, die auf den Packungen aus der Gärtnerei stehen. Zuvor ist es ratsam, den Boden etwas aufzulockern und nach dem Düngen muss kräftig gewässert werden.
Vorbeugend gegen Mehltau und Sternrußtau können Sie jetzt schon mit einem geeigneten Fungizid spritzen und falls notwendig, auch ein Insektizid gegen Blattläuse beimischen. Wenn bis jetzt nur wenig Blattläuse angeflogen sind – meistens sitzen sie ja auf den jungen Knospen, dann können sie noch zwischen den Fingern zerquetscht werden. Wichtig ist aber, dass sie überhaupt entfernt werden, weil sie sich sonst rasend schnell vermehren und Unheil anrichten.
 

Stauden, die zu groß geworden sind, die dann vielleicht auch in der Mitte nur mager oder gar nicht mehr blühen, sollten regelmäßig, z.B. alle vier oder fünf Jahre geteilt werden. Bei Frühjahrs- und Sommerblühern ist das am besten unmittelbar nach der Blüte zu tun, weil dann die Pflanzen noch vor dem Winter kräftige neue Wurzeln bilden können. Bei Pflanzen, die später im Jahr blühen, muss diese Arbeit jetzt erledigt werden. Man gräbt die Pflanzen aus, teilt sie auseinander und setzt nur die kräftigsten Teile wieder ein, das sind meistens die am Rande der alten Pflanze. Die „jungen“ Pflanzen setzt man in gute Erde und wässert kräftig. Auch muss man eventuell die Triebe kürzen, um den Verlust an Wurzeln auszugleichen.

Eine ganze Reihe von Stauden braucht eine Stütze, damit sie nicht umknicken, so z.B. viele Glockenblumen, Rittersporn, Pfingstrosen. Es ist wichtig, diese Stützen früh zu setzen, bevor sich die Pflänzchen verbiegen können und dabei auch die spätere Höhe schon zu berücksichtigen.

Jetzt ist Unkraut jäten zwischen den Stauden wichtig, solange es noch klein ist und leichter entfernt werden kann. Später könnte es unsere Stauden überwuchern. Mit dem Unkraut jäten wird auch der Boden aufgelockert und es kann Dünger eingebracht werden, am besten ein organischer Dünger, der die Pflanzen in ihrer Wachstumsphase mit dem richtigen Nährstoffgehalt versorgt.

Wer schon früh im Mai blühende Stauden in seinem Garten haben will, hat in Gärtnereien und Gartencentern eine große Auswahl an vorgezogenen Sommerblumen, die er ohne Probleme in seinen Garten pflanzen kann. So können uns schon im Mai Fleißige Lieschen, Cosmeen, Tagetes, Agapanthus, Solanum und viele andere Sommerblüher erfreuen. Nach dem Einpflanzen gut wässern!
Eine gute Empfehlung ist es, jetzt Wicken zu säen. Diese einjährigen Sommerblüher haben hübsche weiße und rosa Schmetterlingsblüten und duften dazu noch ganz lieblich. Auch für die Vase können die Blüten geschnitten werden. Säen Sie die Samen in 5 bis 10 cm Abstand direkt ins Beet, 2 bis 3 cm tief. Dann gut andrücken und feucht halten. Nach etwa 2 bis 3 Wochen erscheinen die Pflänzchen und brauchen jetzt irgendeinen Halt, an dem sie sich emporwinden können: eine Mauer, ein Spalier, ein Rankgitter. Wenn Sie dann noch regelmäßig gießen und düngen, werden Sie den ganzen Sommer Freude daran haben.
 

Von den Zwiebelpflanzen sind Hyazinthen, Narzissen und Tulpen jetzt verblüht. Damit die Pflanze ihre Kraft für das nächste Jahr in die Zwiebel steckt, muss man die verblühten Blütenstände abschneiden, aber die grünen Blätter noch stehen lassen, bis sie gelb geworden sind. Solange die Blätter noch grün sind, ist Düngen wichtig und zwar mit einem schnell wirkenden Volldünger, der viel Kalium und Phosphor, aber wenig Stickstoff enthält.
Die Zwiebeln der Narzissen und auch anderer Zwiebelblumen, wie Schneeglöckchen, Scilla, Krokus etc. können im Boden bleiben, sie kommen wieder bereitwillig im nächsten Jahr. Schwieriger ist das bei Tulpen, man sollte sie herausnehmen und kühl und trocken bis zur neuen Pflanzung im Herbst aufbewahren oder dafür wieder neue Zwiebeln kaufen.
Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um Begonien, Gladiolenzwiebeln und Dahlien mit ihren Knollen auszupflanzen. Die Begonien mögen es eher etwas schattig, die Gladiolen und Dahlien sonnig und warm, einen guten Boden mit hohem Humusanteil mögen sie alle. Will man längere Zeit schöne Dahlien im Garten haben, kann man die Knollen in 14-tägigem Abstand einpflanzen, man erhält dann auch eine zeitlich gestreckte Blütezeit.
 

Bei den Sträuchern, die schon verblüht sind, sollten jetzt die Blüten entfernt werden. Beim Flieder schneidet man die Blütenstände ab, bei den Rhododendren bricht man sie sorgfältig mit den Fingern heraus, damit man nicht die jungen Triebe des nächsten Jahres gleich mit entfernt. Sind noch schwarze Knospen an den Rhododendren, müssen diese wegen der Rhododendronzikade unbedingt auch herausgebrochen und über den Hausmüll entsorgt werden (siehe ).
Auch bei Forsythien sind abgeblühte Triebe abzuschneiden, am besten bis zu den nächsten kräftigen Seitenzweigen. Will man den Forsythienstrauch jung, kräftig und blühwillig erhalten, muss man immer wieder ältere Zweige am Boden ausschneiden. Auch beim Schneeball kürzt man abgeblühte Triebe alle drei Jahre um ein Drittel bis auf kräftige Seitentriebe ein.
Damit Lavendel nicht mehr und mehr verholzt, schneidet man jetzt die abgestorbenen Blüten bis knapp oberhalb des Holzes ab.

Alle Sträucher, die Sie für den Sommer pflanzen wollen, müssen jetzt in den Boden, damit sie in der Wachstumsperiode ausreichend Zeit zur Bildung von Wurzeln und Zweigen haben. Das gilt natürlich genauso bei der Neupflanzung von Hecken
Immergrüne Nadel- und Blattgehölze brauchen jetzt Dünger. Dazu lockern Sie rund um den Stamm den Boden etwas auf, bringen den Dünger auf und wässern anschließend kräftig.
Bei Ihren Buchsbäumen können Sie jetzt eventuell eine Art kleiner weißer Flocken beobachten, besonders, wenn man an den Buchsbaum klopft. Das sind Zeichen für den Buchsbaumfloh, den Sie mit einem normalen Insektengift bekämpfen können.
Kletterpflanzen wachsen jetzt kräftig und brauchen eine geeignete Stütze, an der sie sich entweder selbst festhalten können, oder sie müssen daran festgebunden werden.
 

Rasen kann jetzt noch neu angelegt werden, der Rasensamen keimt am besten, wenn es noch nicht so warm ist. Bei einer Aussaat später im Sommer muss der Samen immer schön feucht gehalten werden. Wer einen schönen Rasen haben will, muss regelmäßig mähen. Im Mai und Juni wächst der Rasen am stärksten und muss dann zwei bis drei Mal in der Woche auf ca. 3 bis 4 cm geschnitten werden. Wem das ewige Mähen und vor allem auch das Versorgen des Schnittgutes zu lästig wird, dem empfehlen wir unbedingt die Anschaffung eines Mähroboters (siehe ). Sie werden begeistert sein, wie schön der Rasen wird und wie wenig Arbeit er dabei macht.
 

Im Nutzgarten ist jetzt die ideale Zeit zum Aussäen von Bohnen, Gurken, Blumenkohl, Brokkoli, Kohlrabi.
Radieschen können ebenfalls ausgesät werden. Auf lockerem, nährstoffreichem Boden in sonniger Lage wachsen sie schnell und wenn Sie z.B. 14-tägig neu säen, haben Sie den ganzen Sommer über frische Radieschen.
Auch Kräuter wie z.B. Schnittlauch, Petersilie, Dill werden jetzt ausgesät.
Nach den Eisheiligen sind keine Bodenfröste mehr zu erwarten und Sie können nun fast alle Gemüsesorten als Setzlinge ins Beet pflanzen. Achten Sie auf Schnecken, die sich gerne über die jungen Pflänzchen hermachen.
Zum Auspflanzen von Erdbeeren ist jetzt ebenfalls die Zeit gekommen.