Mein Gartentipp / Fragen und Antworten, Tipps und Tricks

Oktober

Der Oktober ist der richtige Herbstmonat, der Übergang vom üppigen Sommer in den kargen Winter. Er erfreut uns durch seine üppige Farbenpracht und lässt Kastanien, Eicheln und Bucheckern reifen und zu Boden fallen, in diesem Jahr in einer unglaublichen Fülle. Und wer einen Obstgarten sein eigen nennt, kann vielleicht eine reiche Ernte von Äpfeln oder Birnen oder Nüssen genießen.

Oft kann es noch sonnige, warme, sommerähnliche Tage geben, aber auch Kälte und Nebel und ungemütlicher windiger Regen ist normal. In diesem Jahr gibt es in vielen Gegenden Deutschlands sogar schon eine erste geschlossene Schneedecke.

Aber auch im kleinsten Garten ist immer noch eine ganze Menge zu tun, bevor die ruhigeren Monate kommen. 

 

Rosen

Wir müssen weiterhin die abgestorbenen Blüten und welke Blätter entfernen. Gesundes Laub kann auf den Kompost, von Krankheiten wie z.B. Mehltau oder Schädlingen befallene Pflanzenteile dürfen natürlich nicht auf den Kompost, sondern müssen gründlich über den Müll entsorgt werden. An abgefallenen Blättern können Millionen von Pilzsporen hängen, besonders von Rosenrost, und die sollten weder im Boden noch an anderen Pflanzen überwintern, um dann im nächsten Jahr erneut die Rosen zu infizieren.
Große Schneideaktionen dürfen jetzt nicht stattfinden, das ist dem zeitigen Frühjahr vorbehalten. Allenfalls zu lang gewordene Triebe kann man etwas einkürzen, damit sie dem Wind keine Angriffsfläche bieten. Winterfest machen jetzt noch nicht, das kommt erst, wenn längere Frostperioden drohen, aber etwas Frost schadet der Rose keineswegs.
Wer will, kann Rosen auch im Herbst neu pflanzen. Das Zeitfenster dazu ist allerdings recht kurz, denn einerseits soll die Rose alle Blätter verloren haben und andererseits soll der Boden noch warm genug sein, damit die Rose noch vor dem Winter neue Wurzeln ausbilden kann.

 

Stauden

Die Blüten der Stauden haben Sie sicherlich schon nach dem Verblühen abgeschnitten, damit die Kraft nicht in die Bildung von Samen geht, was meistens unerwünscht ist.
Solange Blätter noch grün sind, lässt man sie in Ruhe, damit sie noch weiter Kraft in den Wurzeln sammeln können. Erst wenn sie verwelkt sind, schneidet man sie kurz über dem Boden ab. Auch nach den ersten Nachtfrösten, wenn die grünen Teile lasch oder schwarz geworden sind, muss man abschneiden. Kranke Pflanzen müssen komplett entsorgt werden, alles andere kann auf den Kompost.
Allerdings ist beim Abschneiden etwas Augenmaß und Schönheitsempfinden nützlich, will man keine kahle Fläche anstelle der Beete haben: manche Pflanzen haben noch dekorative Teile, die länger und vielleicht sogar über den Winter stehen bleiben können, so z.B. die Fetthenne oder Ziergräser. Auch wenn manche Pflanzen bei Ihnen in Büschen stehen, wie z.B. Sonnenhut, Chrysanthemen, Goldruten oder Astern, können sie so über den Winter stehen bleiben, sind dekorativ, auch bei etwas Schnee, und schützen den Boden besser als ein kahles Beet.
Wer nicht auf das Frühjahr warten will, kann auch jetzt Stauden neu pflanzen, solange der Boden noch warm genug ist und die Pflanze vor dem Winter noch neue Wurzeln bilden kann. In der Regel ist das der Fall, bis die Laubbätter in größerem Umfang anfangen abzufallen. Beim Pflanzen im Herbst kommen dann die Stauden im Frühjahr umso früher und schöner.

 

Zwiebeln und Knollen

Spätestens jetzt müssen die Zwiebeln der Frühjahrsblüher eingepflanzt werden. Auch die Zwiebeln genau so wie die Stauden sollen noch vor dem Winter neue Wurzeln treiben können. Beim Pflanzen sollten Sie auch gleich eine Düngung mit einem hohen Kaliumgehalt dazu geben, dann erhalten Sie besonders schöne Blüten. Es gibt dafür auch ganz spezielle Blumenzwiebeldünger.
Wenn Sie sich schon sehr früh im neuen Jahr an den ersten Blüten erfreuen wollen, können Sie die Zwiebeln in Töpfe einsetzen, dann mindestens drei Monate in der Kälte lassen und gegen Ende des Winters in einem wärmeren Raum vortreiben, bevor sie wieder ins Freie kommen. Das funktioniert zum Beispiel bei Tulpen, Hyazinthen und Narzissen.
Frostempfindliche Pflanzen, die Knollen bilden, wie z.B. Dahlien, muss man jetzt vorsichtig ausgraben. Nach dem Abtrocknen entfernt man die restliche Erde und legt dann die Knollen in eine Kiste mit Torf, die dann an einem kühlen, trockenen Platz im Keller überwintern kann.

 

Sträucher

Sträucher im Container können bekanntlich das ganze Jahr gepflanzt werden, das ist ja der Vorteil der Containerei. Sträucher aber, die Sie mit oder ohne Wurzelballen kaufen, können etwa ab Mitte Oktober und dann bis ins Frühjahr hinein eingepflanzt werden.
Bei immergrünen Sträuchern besteht die Gefahr, dass sie im Winter vertrocknen, wenn der Boden gefriert. Deshalb sollten Sie vor den ersten Frösten alle wintergrünen Sträucher, also z.B. Rhododendron, Eiben, Kirschlorbeer, gründlich wässern. Auch im Winter, wenn es länger nicht geregnet hat und der Boden ausgetrocknet ist, sind die Immergrünen für Wässern dankbar. Mit dem Neupflanzen sollten Sie gleich bis zum Frühjahr warten.

 

Heckenpflanzen

Sie können auch noch im Spätherbst Hecken schneiden. Wenn sie keine Blätter mehr haben, lassen sie sich sogar noch korrekter schneiden und sie schneiden keine Blätter an, die dann unschön aussehen. Im Ruhestadium vertragen sie auch durchaus einen kräftigeren Schnitt, wie man das ja auch bei Obstbäumen macht.

 

Bäume

Bei manchen Fichten im Garten können vom Inneren her Nadeln braun werden und fallen dann ab. Dies ist ein Zeichen für den Befall mit Sitkafichtenläusen. Sie prüfen das am besten auch jetzt noch im Oktober nach, indem Sie ein weisses Blatt DIN A 4 unter Äste halten und an dem Zweig kräftig klopfen. Dann sehen Sie etwa 1,5 kleine grüne Tierchen mit roten Augen auf Ihrem Papier. Spritzen Sie mit einem Schädlingsbekämpfungsmittel, wobei wegen der Größe der Bäume ein systemisches Mittel am besten wirkt.
Auch Eiben sind häufig betroffen, hier sind es einzelne Zweige, von denen alle Nadeln braun werden und dann abfallen, häufig schon im Frühjahr. Behandlung ebenfalls mit einem systemischen Spritzmittel.
Bei Kastanien kennen wir alle die schon im Sommer braun und trocken werdenden Blätter. Schuld daran ist die Kastanienminiermotte. Jetzt fallen die Blätter endgültig und die Puppen der Motte überwintern in den abgefallenen Blättern am Boden. Deshalb: alles Laub gründlich entsorgen, damit im nächsten Frühjahr von den Tierchen so wenig wie möglich übrig bleiben.

 

Rasen

Der Rasen wächst jetzt weniger, man muss weniger mähen und kann das Gras auch etwas länger lassen, z.B. 3,5 cm. Bei starker Verunkrautung kann noch einmal Vertikutieren nützlich sein, dazu sollte der Boden allerdings relativ trocken sein und das ist seltener im Oktober, das Vertikutieren also zweifelhaft. Wenn Sie es tun und Sie haben einen schweren Boden, können Sie zuvor Rasensand ausbringen, der durch das Vertikutieren schön verstreut und eingearbeitet wird.
Auch Rasen ausbessern ist jetzt noch möglich; Spritzen gegen Unkraut hilft nicht mehr viel, das ist besser im Frühjahr aufgehoben.
Regelmäßig muss abgefallenes Laub entfernt werden. Das lässt sich gut kombinieren mit dem Rasenmähen, dann kann das Gras-Laubgemisch auch auf den Kompost gegeben werden.
Die letzte Düngung erfolgt erst später, wenn die Temperaturen möglichst konstant unter 10 Grad bleiben.

 

Nutzgarten

Wnn Sie schöne Äpfel oder Birnen geerntet haben und sie einlagern wollen, dann bitte nicht neben Gemüse. Dieses wird nämlich durch die Reifegase des Kernobstes schlapp und hält dann nicht lange.

 

Kübelpflanzen

Kübelpflanzen, die nicht winterhart sind, müssen je nach ihrer Empfindlichkeit eingeräumt werden. Manche vertragen allerdings durchaus auch ein paar Minusgrade, wie z.B. Oleander, Olivenbäumchen oder Agapanthus und die sollte man so lange wie möglich im Freien lassen.
Vor dem Einräumen sorgfältig auf Schädlinge und Krankheiten kontrollieren und entsprechend behandeln. Noch vorhandene Blüten oder Knospen und auch dünne, weiche Triebe abschneiden.
Das Winterquartier soll kühl, wenn möglich so zwischen 5 und 10 Grad, hell und luftig sein.

 

Schnecken

Damit Ihr Garten im nächsten Jahr nicht wieder von Schnecken kahlgefressen wird, sollten Sie jetzt noch einmal gegen sie vorgehen, je nach Ihrer bevorzugten Methode. Spätestens jetzt legen sie nämlich die Eier und das gilt es zu verhindern , sonst werden aus einer Schnecke gleich wieder hundert.