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September

 

Etwa Ende August oder Anfang September fängt in unseren Breiten der Frühherbst an, die Nächte werden länger und kühler, es dauert etwas länger, bis es auch tagsüber wärmer wird und es ist insgesamt frischer, was vielen Menschen gefällt, sie fühlen sich einfach besser, als in den Sommermonaten. Wenn man Glück hat, gibt es eine Reihe von schönen, trockenen und angenehm warmen Tagen und dann hat der Altweibersommer Einzug gehalten.
Erkennbar ist der Frühherbst konkret an den Signalpflanzen: die Herbstzeitlose blüht auf den Wiesen, die Holunderbeeren werden schwarz und reif und die ersten Kastanien fallen herunter.

Der Frühherbst ist die richtige Zeit, wenn Sie neue Pflanzungen vornehmen wollen, ob Stauden, Sträucher oder Bäume. Die Erde ist dann noch warm genug, dass sich noch neue Wurzeln ausbilden können und die Pflanze selbst verdunstet in dieser Jahreszeit weniger. Mit dem Düngen muss man ab jetzt zurückhaltend sein, insbesondere bei Stickstoffdünger, weil frische Triebe kaum noch verholzen können und deshalb Kälte im Winter schlecht vertragen. Stattdessen kann ein kaliumreicher Dünger die Widerstandsfähigkeit gegen Kälte deutlich fördern. Dies gilt eigentlich grundsätzlich im Garten, also für Stauden, Sträucher und sogar Bäume und ebenso für den Rasen.

Wie schon im Sommer, müssen auch weiterhin die abgestorbenen Blüten entfernt werden, das gilt für die Zwiebelblumen wie Dahlien oder Tulpen, aber auch für Rosen. Ein guter Ratschlag ist, bei Rittersporn und Katzenminze sehr früh nach dem Verblühen bis zum Boden abzuschneiden. Dann besteht die Chance auf eine zweite Blüte, wenn das Wetter einigermaßen mitspielt. Auch bei den Blumen in Ihren Balkonkästen oder Kübeln muss regelmäßig ausgeputzt werden, also z.B. bei Geranien, Petunien, Verbena, Fuchsien, Margeriten. Das dient nicht nur der Schönheit, sondert hindert die Pflanze daran, ihre Kraft in Samen oder Früchte zu investieren, lieber in neue Blüten.
Den Lavendel schneiden Sie mindestens um 1/3 herunter, er bleibt dann buschig, ohne zu verholzen. Außerdem ist er jetzt dankbar für eine Düngung mit einem Blühdünger, also einem Dünger, der anteilig wenig Stickstoff, aber viel Kalium enthält.

Stauden, die Sie jetzt pflanzen können, sind z.B. Pfingstrosen oder Clematis. Wenn Sie aber Stauden haben, die zu groß, zu struppig oder einfach unansehnlich geworden sind, dann müssen die Stauden geteilt werden. Dazu werden sie samt Wurzelwerk ausgegraben und die ganze Pflanze mit Wurzeln in zwei oder mehr Teile geteilt. Große Pflanzen können geteilt werden mit zwei Grabgabeln, die Rücken an Rücken in die Mitte der Pflanze gesteckt und dann auseinandergezogen werden. Jedes Teil muss natürlich seine oberirdischen Anteile und Wurzeln haben und wird dann für sich wie eine Neupflanzung behandelt.

Im Frühherbst sollte der Rasen noch einmal eine Düngung erhalten, aber auch mit einem speziellen Herbstdünger, der anteilig wenig Stickstoff und viel Kalium enthält. Dadurch wird der Rasen widerstandsfähiger gegen die Kälte, übersteht den Winter besser und hat einen frühen Start im nächsten Frühjahr.
Außerdem ist jetzt die beste Zeit für Rasen-Neuanlagen oder Ausbesserungen von schadhaften Stellen.

Für alle Blumen, die im Frühjahr aus Zwiebeln blühen sollen, ist jetzt die Hauptpflanzzeit. Sie haben jetzt auch noch die größte Auswahl an Blumenzwiebeln bei Ihrem Gärtner oder Gartencenter. Vielleicht ist Ihnen noch gar nicht danach, kaum ist der Sommer – oder das, was man 2010 Sommer genannt hat – vorbei, soll man schon wieder über den Winter hinaus denken und für das Frühjahr sorgen. Aber die Zwiebeln brauchen halt die Kälte über den Winter, damit sie im Frühjahr dann auch wirklich schön blühen und uns damit erfreuen und deshalb müssen die Zwiebeln im Herbst in den Boden.
Sie werden mit der Spitze nach oben etwa doppelt so tief gepflanzt, wie sie dick sind, mindestens aber 5 Zentimeter tief. Sie haben alle benötigten Nährstoffe für den Austrieb gespeichert, so dass Sie beim Pflanzen nicht unbedingt düngen müssen, nur gutes Angießen ist wichtig, aber bitte nicht Antreten.
Achten Sie beim Kauf darauf, dass Sie eine gute Qualität erhalten. Die Blumenzwiebeln müssen trocken sein, beim Anfassen fest und mit glatter Haut. Große Zwiebeln bringen meist auch große Pflanzen und Blüten hervor.

In Ihrem Nutzgarten, genau genommen im Küchengarten, kann jetzt sogar noch ausgesät werden, z.B. Spinat oder Radieschen, wobei Sie eine schnellwüchsige Sorte wählen müssen. Auch Salat kann jetzt noch einmal ausgesät werden und wenn er auch keine richtigen Köpfe mehr ausbilden kann, so können Sie doch noch schön die zarten Blätter schneiden.

So wie man im Frühherbst am besten Sträucher und damit auch Hecken pflanzen kann, so ist jetzt auch die beste Zeit, um bestehende Hecken zu schneiden. Schneiden Sie immer so, dass die Hecke oben etwas schmaler ist als unten, damit erhalten auch die weiter unten wachsenden Zweige Licht und verkahlen nicht so schnell. Außerdem kann der Schnee nicht so leicht die oberen Zweige herunter biegen.

Wie schon seit Jahren, ist in vielen Gegenden Deutschlands zu beobachten, dass die Blätter der Kastanie frühzeitig braune Flecken bekommen, sich zusammenrollen und dann abfallen. Schuld daran ist die Kastanienminiermotte, die aus dem Balkan zu uns eingewandert ist. Sie kann bis zu 3 Generationen pro Jahr entwickeln und ihre Larven fressen Gänge im Innern der Blätter, die damit verbräunen. Einen Kastanienbaum zu spritzen, ist illusorisch. Die einzige Möglichkeit, um einigermaßen Herr zu werden: alle abgefallenen Blätter sorgfältig entfernen und im Hausmüll entsorgen, denn in diesen Blättern würde die verpuppte Larve überwintern, um im nächsten Frühjahr fröhlich zu schlüpfen. Auf diese Weise haben Sie die Chance, den Kreislauf zu unterbrechen.

Die schöne Seite dieser Jahreszeit ist doch das Ernten. Jetzt können Sie die Früchte Ihrer Arbeit während des Jahres genießen. Falls es schon ersten Frost geben sollte, muss meistens vorher geerntet werden, aber sonst lassen Sie sich Zeit, damit die Früchte noch möglichst viel Sonne abbekommen.
Bei Äpfeln werden frühe Sorten schon im September geerntet, späte erst im November. Tomaten haben kaum noch die Chance, im Freien auszureifen. Wenn Sie sie noch grün ernten, können sie eventuell im Haus an einer warmen Stelle ausreifen.