Mein Gartentipp / Fragen und Antworten, Tipps und Tricks

Rasen

 

Herbst-Winter-Düngung

Wenn Sie schon im zeitigen Frühjahr einen schönen, gleichmäßigen, grünen Rasen haben wollen, müssen Sie noch im Spätherbst oder Anfang Winter, wenn die Temperaturen nicht mehr über 10 Grad ansteigen, eine letzte Düngung auf den Rasen aufbringen. Und zwar mit einem speziellen Herbst-Rasendünger, der viel Kalium enthält, was die Rasengräser widerstandsfähig gegen die Kälte macht und der seine Wirkstoffe nur langsam abgibt. Dann ist der Boden im Frühjahr, wenn es wieder wärmer wird, bis zu den Rasenwürzeln vorgedüngt und wird Sie mit einem kräftigen Grün belohnen.

 

Darf man Frühjahrsblüher einfach mit abmähen?

Teils - teils.

Ja, man darf zum Beispiel Primelchen oder Wildkrokusse mit dem ersten Rasenschnitt im Frühjahr mit abmähen, sinnvoll natürlich erst, wenn sie verblüht sind und die Schnitthöhe etwas länger bleibt, damit die Pflanze am Leben bleibt.

Bei anderen, meist größeren Pflanzen, die gerne im Rasen gehalten werden, wie Schneeglöckchen, Narzissen, Märzenbecher, Kulturkrokusse muss man mit dem Mähen warten, bis die Blätter gelb werden, das heißt also mit dem Rasenmäher drumherum fahren.

 

Wässern

Rasen soll man wässern, wenn er sich beim Darüberlaufen hart anfühlt. Dann aber so kräftig, dass das Wasser bis in die tieferen Schichten durchdringen kann, damit die Graswurzeln nach unten wachsen. Lieber also seltener und mehr wässern als häufiger und weniger.

 

 

Rasen mähen ohne Arbeit

Wir haben ein Grundstück mit einem relativ großen Rasenanteil von ca. 700 qm. Das Mähen an sich mit einem motorgetriebenen Rasenmäher war eigentlich nicht das Problem, sondern das Wegbringen des Grases: Umpacken in Säcke, Wegfahren zum Wertstoffhof und zwar bald, damit das Gras nicht anfängt zu faulen und zu stinken, dort die Säcke wieder einzeln ausleeren. Verständlich, dass wir das Mähen immer wieder hinausschoben, was wiederum nicht gut für den Rasen war.
Nun haben wir uns zur Anschaffung eines automatischen Rasenmähers entschlossen, der völlig selbstständig, ohne Krach und Gestank, regelmäßig ganz gleichmäßig unseren Rasen mäht. Da er (einstellbar) so häufig mäht, bleibt das Schnittgut ganz kurz und kann deshalb auf dem Rasen liegen bleiben. Das wird wohl auch das sonst notwendige Düngen erheblich reduzieren.
Wir sind begeistert, haben keine Arbeit mehr und den besten Rasen!
 

Rasenunkräuter

Frage:
Ich habe zunehmend ein Unkraut im Rasen, das sich massiv durchsetzt und die Gräser völlig verdrängt. Weder regelmäßiges Mähen noch Unkrautvernichter haben bisher geholfen. Die Bilder zeigen einen kleinen Ausschnitt und das Unkraut selbst, das Horste im Rasen bildet. Wer kann mir helfen?  (gartenfan)

 

Antwort:
das Rasenunkraut denke ich dass es die Borstenhirse (Setaria viridis) ist.
eine Bekämpfung mit Round up ist möglich aber so weit ich weiß nicht zugelassen.
würde es mit dem Rasentrimmer ebenerdig wegmachen und dann mit einer Gasflamme abbrennen und anschliessend neu einsäen.
Gruß jakob

Noch eine Antwort:
Eine sichere Lösung dieses Problems ist die mechanische Entfernung. Das ist zwar etwas mühsam, geht also auch nur, wenn die Fläche nicht zu groß ist, braucht aber keine Chemie: man zieht jedes einzelne Pflänzchen samt Wurzel heraus. An den Kahlstellen kann neu gesät werden. Im nächsten Jahr sorgfältig nach neuen Pflänzchen Ausschau halten und gleich wieder herausziehen. Das muss im Juli und August, der Hauptwachstumszeit der Hirse, alle paar Tage geschehen, denn dann wachsen die sehr schnell. Sie sind aber auch mit ihren lanzenförmigen Blättchen unter dem Rasengras ganz gut zu erkennen. Ich habe gute Erfahrungen mit dieser Methode!    (gartenfelix)

 


Ehrenpreis im Rasen

Frage:
Wie kann man dieses Unkraut Persischer Ehrenpreis (Veronica persica)(kleine blaue Blümchen)auf dem Rasen bekämpfen? Welches Unkrautvernichtungsmittel hilft ohne den Rasen zu beschädigen? (Ina W.)

Antwort:
Hallo Ina,
Ehrenpreis im Rasen lässt sich mit einer ganzen Reihe von Mitteln bekämpfen, u.a. mit Weedex (von Scotts Celaflor) oder mit Loredo (von Bayer).
Diese Mittel sind im Gartenhandel frei erhältlich und können gespritzt oder gegossen werden. Dazu müssen Sie die Anleitung des Herstellers beachten. Der Rasen wird dadurch nicht geschädigt und auch andere Unkräuter werden gleichzeitig bekämpft.
Guten Erfolg! (gartenfelix)

 

 

Erdverwerfungen im Rasen

Frage:
In meinem Rasen gibt es vermehrt kleine Erdverwerfungen, die auf Engerlinge o.ä. hinweisen??
Wie sind diese zu bekämpfen?   (Uwe Kretschmer)

Antwort:

Die Erdhäufchen können verschiedene Ursachen haben.
Es könnten z.B. Regenwürmer sein, die gerne bei nassem Wetter im Frühjahr und Herbst solche Häufchen nach oben bringen. Im Grunde muss man da gar nichts tun. Sollten sie überhand nehmen, hilft  Sanden des Rasens (etwa 4 Liter grobkörnigen Sand auf einen Quadratmeter Rasen gleichmäßig verteilen). Regenwürmer mögen den Sand nicht und bleiben im Boden.  Sanden ist ja auch sonst für den Rasen gut.
Stammen die Häufchen von Larven oder Engerlingen des Gartenlaubkäfers oder der Wiesenschnake, dann sind oft auch noch Amseln oder Krähen in der Nähe, die danach im Rasen suchen und entsprechenden Schaden anrichten. Gegen diese Larven gibt es natürliche Feinde, sogenannte Nematoden.  Das sind winzige Fadenwürmer, die in die Larven eindringen und sie damit abtöten.
Bei Neudorff kann man die bestellen, man muss sie in der Gießkanne ansetzen und dann über die betroffenen Stellen gießen.     (gartenfelix)

 

Vertikutieren

Frage:
Mein Rasen freut mich gar nicht mehr, immer mehr Unkräuter, immer mehr Moos. Freunde haben mir empfohlen, zu vertikutieren. Soll ich das machen? Was ist das eigentlich und was passiert dabei?
Danke für eine schnelle Antwort             Miriam

Antort:
Hallo Miriam,
im Laufe der Zeit sammelt sich auf dem Boden zwischen den Gräsern ein Rasenfilz an, der aus abgemähten Gräsern, Moos und auch Wurzeln von Unkräutern besteht. Dieser dichte Rasenfilz verhindert, dass ausreichend Wasser und auch Luft an die Rasenwurzeln gelangt und muss deshalb immer wieder entfernt werden.
Dies geschieht durch das Vertikutieren. Dabei wird der Rasen mit einer Reihe von kleinen senkrechten Sicheln etwa 2 bis 3 Millimeter angeritzt. Das hat zur Folge, dass dadurch zum einen der Rasenfilz herausgerissen wird, zum anderen aber auch die Bodenoberfläche etwas aufgelockert wird und mehr Luft an die Wurzeln kommt.
Von Hand mit einem Vertikutierrechen ist das sehr mühsam und geht wirklich nur für kleine Rasenflächen. Im Normalfall benützt man einen Motor-Vertikutierer (Benzin oder Elektro) und fährt damit einmal in eine Richtung und einmal quer dazu über den Rasen. Erstaunlich, was dabei aus dem Rasen kommt! Alles zusammenrechen und dann am besten Sand darüber, etwa einen halben Eimer pro Quadratmeter gut mit einem Rechen verteilen. Anschließend düngen und wässern.

So sieht das nach dem Vertikutieren und Ausrechen aus.


Falls größere Lücken im Rasen entstanden sind, muss nachgesät werden, kleinere Lücken schließen sich von selbst.
Die ganze Prozedur macht man möglichst jedes Jahr im zeitigen Frühjahr, aber es geht auch bis in den Mai hinein, wenn der Boden trocken genug ist und die Gräser wieder zu neuem Wachstum kommen. Bei starker Verdichtung kann auch noch einmal im Herbst vertikutiert werden.

Also Miriam, Deine Freunde haben recht – Vertikutieren muss sein!                       (gartenfelix)

 

Alten Rasen verbessern

Frage:
Liebes Gartentipp team,
der Rasen auf Ihren Bildern sieht traumhaft aus! Leider ist der Rasen unseres Mietshauses eine Katastrophe. Teils Unkraut, feste Erde, Moos, kaum Grashalme und vereinzelt Löwenzahn. Die Lage ist Halbschatten. Wie kann ich das Problem angehen, so dass sich der Aufwand in Grenzen hält? Einfach neuen Rasen ansäen wird wahrscheinlich nicht zum Erfolg führen oder? Über Tipps wäre ich sehr dankbar!
MFG Friederike

Antwort:
Hallo Friederike,
nur Rasensamen oben drauf zu säen, wird wohl nicht viel bringen. Da scheint der Boden doch zu sehr verdichtet zu sein.
Du kannst es mit Vertikutieren versuchen, dabei wird wenigstens oberflächlich der Boden etwas aufgebrochen und auch Moos und Unkräuter kommen teilweise heraus. Mit anschließendem Nachsäen, Wässern und späterem Düngen kannst Du vieleicht Erfolg haben.
Vermutlich wird es aber doch so sein, dass eine tiefergehende Lockerung des Bodens nötigt ist. Das wird sicherlich arbeits- und zeitaufwändiger, bringt aber längerfristig bessere Ergebnisse. Dazu muss der ganze Boden mit einer Motorhacke bearbeitet werden. Die kann man sich in größeren Baumärkten leihen. Nach dieser Arbeit folgt praktisch eine Neu-Anlage des Rasens mit allem, was dazu nötig ist: Glattrechen, Einsäen, Walzen, Wässern, Warten und Hoffen. Bei stark verdichtetem Rasen unbedingt vor dem Säen noch Sand einarbeiten.
Viel Erfolg wünscht das Gartentipp Team.